Islam und Bildung

 

Die Zahl der muslimischen Schüler in Bayern wird derzeit auf rund 110000 geschätzt. Nicht nur in den bayerischen Ballungszentren besuchen immer mehr Schülerinnen und Schüler die Schulen, die einen muslimischen Hintergrund besitzen. Gerade bei Jugendlichen islamischen Glaubens spielt die Religion in der Adoleszenz als sinnstiftendes, aber auch sozialisierendes Element eine wesentliche Rolle. So entscheiden sich beispielsweise immer wieder muslimische Schülerinnen, die aus einem nicht-praktizierenden Elternhaus stammen für das Ausprobieren des Kopftuches. Manchmal sind es die Versuche, sich mit der eigenen Herkunft auseinanderzusetzen und so ihre persönliche Identität zu finden. Es gibt für muslimische Heranwachsende nicht viele Möglichkeiten den Spagat zwischen der Welt der Eltern und dem Leben im Hier und Heute in Worte zu fassen und zu thematisieren. Der Islamische Unterricht schafft hier einen Diskursraum, der es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, im normalen Schulbetrieb, ihre Religion zu reflektieren und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen. Im Islamischen Unterricht begleiten die LeMi-Lehrkräfte den Prozess der Begegnung zwischen den jungen Muslimen und der Religionslehre des Islam, sodass eine freie individuelle Orientierung und Glaubensentscheidung möglich ist. Zudem ist ein weiterer wesentlicher Bereich des Faches die Kenntnis über andere Religionen. Das schafft Gesprächsanlässe zwischen den Lerngruppen der Religionen, aber auch auf dem Pausenhof. Verstärkt berichten Lehrkräfte davon, dass an Schulen, an welchen „Islam“ als gleichwertiges Schulfach unterrichtet wird, der Islam als normaler Bestandteil des Schullebens und schlussendlich der Gesellschaft von allen Teilnehmern der Schulgemeinschaft wahrgenommen wird.

LeMi-Fachschaft-Islam

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